„In der Heimat der Großeltern“ – Neues Video über Strehlen

 

Wenn man schon mehrmals über 100 Stunden beim Schneiden eines Filmes verbracht hat, und die Hauptmotive dieser Filme alle kennt, dann verliert man leicht die Motivation, etwas Neues in Angriff zu nehmen. So war es auch bei mir: Seit 1999 reise ich nahezu jedes Jahr nach Strehlen, und immer wieder ist die Videokamera dabei. Doch in den letzten Jahren nahm man sich nicht einmal die Zeit, diese Aufnahmen zu sichten.

Als ich in diesem Jahr die Videokamera für einen Einsatz vorbereitete, stieß ich auf eine Aufnahme vom Gottesdienst anlässlich des 28. Bundesheimattreffens 2004 in Herne. Der Kirchenorganist Matthias Müller stellte in diesem Gottesdienst Kompositionen des in Prieborn geborenen Kirchenmusikers Max Drischner vor. Hierbei eröffnete er sein Konzert mit dem „Sonnenhymnus“. Dieses Werk beschreibt die Atmosphäre eines Sonnenaufganges am Rummelsberg, so wie sie Drischner immer wieder bei seinen frühen Spaziergängen rund um den Rummelsberg erlebte. Hört man diese Klänge, so weiß man, was Max Drischner dabei empfand. Beim Lauschen dieser Musik spürt man regelrecht das Heimatgefühl und man erahnt, welchen Schmerz der Verlust der Heimat mit sich bringt.

Besonders dieser „Sonnenhymnus“ inspirierte mich dazu, das angestaute Filmmaterial zu sichten, um einen neuen Film zu erstellen, in dem Max Drischners Gefühle nachzuvollziehen sind. So beginnt der Film – untermalt mit dem „Sonnenhymnus“ - mit einem paradiesischen Sonnenuntergang, der vom Windmühlberg aus beobachtet wird. Unter dem rotgefärbten Himmel erscheint das Panorama des Strehlener Gebirges mit seinem Zobten. Das war die Heimat der Großeltern – ihr Paradies, das sie verlassen mussten.

Das Besondere an diesem Film ist die Mischung aus Panoramafotos und Videosequenzen. Die Technik macht es möglich: Während Einzelfotos immer nur einen kleinen Ausschnitt zeigen, können mit Panoramafotos zusammenhängende Details dargestellt werden. Ein Computerprogramm lässt dieses Panorama vorüberziehen, so dass manchmal nicht zu erkennen ist, ob es sich um eine Videoaufnahme oder um ein Foto handelt. Diesmal werden neben Strehlen und Hussinetz auch zahlreiche Nachbarorte (Nieder-, Mittel-, Obermehltheuer, Töppendorf, Prieborn, Eichwald, Steinkirche, Waldneudorf, Heinrichau, Jeline, Großburg, Deutsch Lauden, Wäldchen) und beliebte Ausflugsziele (Zobten, Breslau, Hirschberg, Schloss Lomnitz, Görlitz) gezeigt. Für die meisten Heimatfreunde wird sicherlich unbekannt sein, wie es im Inneren des Rathausstumpfes aussieht. Auch hiervon sind Aufnahmen zu sehen. Die aktuellsten Ausschnitte sind aus diesem Jahr (Hussinetz-Seminar) mit der Führung u.a. durch das Fette Dorf.

Diese DVD hat eine Spieldauer von ca. 70 Minuten und wird sicherlich die Erinnerungen an die Heimat auffrischen, ebenso vergessene Gefühle ansprechen, die man in der Jugend bei Sonnenauf- und -untergängen erlebt hat. Man kann sie für 10,-EUR bestellen (drhwf@t-online.de).